Geposted am 8. Juni 2016 in Keine Kommentare »

Am 22.10.2016

Die erste

FACHTAGUNG DOPPELRESIDENZ

Österreichs, mit ausgezeichneten Fachleuten, sowie Eltern und jungen Erwachsenen, die über ihre Erfahrungen mit dem Modell berichten werden.

Wo: Wien, im Seminar- und Veranstaltungszentrem CATAMARAN

Jetzt anmelden über    fachtagung.doppelresidenz@gmx.at

Achtung: bei der Teilnahmegebühr gibt es verschiedene Varianten

Für die Plattform Doppelresidenz

Pototschnig Anton

Obmann

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Jetzt buchen:

Internationale Konferenz zur Paritätischen Doppelresidenz vom 9.12. bis 11.12.2015
UT: Lösungen für die rechtliche und psychosoziale Umsetzung

Programm: siehe hier

Zeit: 9-11.12.2015

Ort: Bonn

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Presseerklärung der Plattform Doppelresidenz
Wien, am 04.10.2015

Die „Parlamentarische Versammlung“ des Europarates unterzeichnete am 2.10.2015 einstimmig (46 Befürworter ,0 Gegenstimmen, 2 Abwesende) die Resolution zur Ratifizierung der Doppelresidenz als Standard in allen Mitgliedsstaaten. Damit wird die Forderung der Plattform Doppelresidenz nach Implementierung der Doppelresidenz als Lebensmodell für Trennungsfamilien im Gesetz vollinhaltlich unterstützt.

Anton Pototschnig, Obmann der Plattform Doppelresidenz, sieht darin einen weiteren Meilenstein auf dem Weg zu einem zeitgemäßen Familienrecht, in welchem dem Bedürfnis nach Familienleben, auch nach einer Trennung für Kinder, Mütter und Väter gleichermaßen Rechnung getragen werden soll. Die „Parlamentarische Versammlung“ (ein Organ des Europarates) stellt explizit klar, dass die Eltern aufzuklären sind, dass „die Doppelresidenz eine sinnvolle Option im besten Interesse des Kindes darstellt“. Dass auch der österreichische Vertreter der Resolution zugestimmt hat kann als Beleg dafür gesehen werden, dass ein Blick über den Tellerrand offensichtlich den Horizont erweitern kann. Man kann nur hoffen, dass solche Einsichten auf nationaler Ebene nicht weiterhin an engstirnigen Dogmatismen scheitern werden.

Weiters empfiehlt die „Parlamentarische Versammlung“, dass die Beratung und Begleitung von Trennungsfamilien auf Basis des Cochemer Modells aufgebaut werden soll. Auch das bedeutet einen Paradigmenwechsel in der hiesigen Rechtsprechung. Demnach sollen nicht mehr Richter, Experten und Sachverständige über die streitenden Köpfe der Eltern zu einer Regelung kommen, also an ihrer statt Entscheidungen treffen, sondern Väter und Mütter mit professioneller Unterstützung dahingehend begleitet werden, ihre elterliche Verantwortung wieder eigenständig wahrzunehmen zu können. Ein wesentlicher Schritt hin zu einer Demokratisierung der Verfahrensabläufe. Die Resolution beinhaltet auch, dass alle am Verfahren beteiligten ProfessionistInnen dahingehend interdisziplinär geschult werden müssen.

Für die Parlamentarische Versammlung ist die konsequente Gleichstellung der Geschlechter im wirtschaftlichen, wie auch familiären Kontext ein wesentliches Ziel. In Punkt zwei der Resolution führt sie dazu aus: „Tatsache ist jedoch, dass Väter manchmal mit Gesetzen, Praktiken und Vorurteilen konfrontiert werden, die dazu führen können, ihnen die dauerhafte Beziehung zu ihren Kindern vorzuenthalten.“

Diese Einschätzung trifft die österreichische Situation punktgenau. Mit der Notwendigkeit bei einer Scheidung einen hauptsächlichen Aufenthalt festlegen zu müssen, werden Väter strukturell benachteiligt. In der allgemeinen Spruchpraxis wird der hauptsächliche Aufenthalt primär Müttern zugewiesen. Das damit verbundene alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht und der Alleinanspruch für Transferleistungen, steht damit ausschließlich Müttern zu. Selbst dann wenn sich Väter gleichermaßen um das Kind kümmern. Die damit einhergehende Ungleichbehandlung führt direkt zu Misstrauen, Spannungen und Konflikten. Nach einheitlicher Einschätzung aller Experten die wesentlichsten Belastungsfaktoren für Kinder in der Nachscheidungssituation.

Es bleibt zu hoffen, dass das eindeutige Votum der Parlamentarischen Versammlung, die positive Verknüpfung der Doppelresidenz für das Kindeswohl und die damit einhergehende Aufforderung zur Ratifizierung der Resolution auch auf nationaler Ebene ihre Überzeugungskraft nicht verliert.

Pototschnig Anton

Obmann der Plattform Doppelresidenz

Wien, am 4.10.2015

link zur Resolution des Europarates (Parlamentarische Versammlung)

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INFO für Journalisten without Zeit:

Doppelresidenz – ein rascher Überblick: (jeder link nur eine Seite)

  • Mütter über die Doppelresidenz: Auszug aus der Studie der Uni Wien: „Für die Mütter liegt der wichtigste Vorteil dieses Modells in dem Gewinn an Freizeit und der damit verbundenen Entlastung, was in Verbindung mit den Aussagen der Väter für eine potenzielle „Win-win“-Situation für beide Elternteile spricht. Nachteile werden von den Müttern kaum genannt.
  • Vorteile der DR für Kinder/Mütter/Väter
  • Rechtliche Situation in Österreich
  • DR aus Sicht der Entwicklungspsychologie. Zitat: Harald Werneck, stellvertretender Institutsleiter der Entwicklungspsychologie an der Uni Wien und renommierter Forscher über die Doppelresidenz: „Aus Sicht der Entwicklungspsychologie kann die empirische Befundlage dahingehend zusammengefasst werden, dass die Doppelresidenz im Regelfall das nach einer Trennung der Eltern für das Kindeswohl günstigste Referenzmodel darstellt.“

 

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Bücher zum Thema:

Monographie (= große wissenschaftliche Arbeit)  zur Doppelresidenz (= Wechselmodell):
Buch: Wechselmodell Psychologie - Recht - Praxis
Hildegund Sünderhauf,
Prof. der Hochschule Nürnberg und Juristin veröffentlicht ihre umfassende Studie zum Thema Wechselmodell und stellt fest: „Im Wechselmodell gibt es keine Alleinerziehenden mehr“, so Sünderhauf. „Wenn man das hohe Armutsrisiko von Alleinerziehenden mit Kindern betrachtet, ist das von beachtlicher gesamtgesellschaftlicher Bedeutung.“
link zur Presseaussendung des Springerverlags

UNI WIEN empfiehlt das Buch in der Zeitschrift „beziehungsweise“(auf Seite acht)–>Auf Augenhöhe Eltern bleiben. Abschied von den Mythen der Täter-Väter und Opfer-Mütter.

Übers Buch:

Trennung/Scheidung, uneheliche Kinder, wer soll die Obsorge/das Sorgerecht erhalten?
Wie geht man mit Kontaktver-und behinderung um?
Gesellschaftspolitisch hochbrisante Themen
Das Buch ist eine kritische Auseinandersetzung mit diesen Themen.
Es hinterfragt gängige Rollenzuschreibungen und geht den Fragen nach:
Was hat das Thema Obsorge mit der Emanzipation von Frauen und Männern zu tun?
Welche politischen Kräfte stellen sich Veränderungen entgegen und warum?
Evoziert und prolonigert die gemeinsame Obsorge Konflikte und Gewalt?
Wollen Väter mit der gemeinsamen Obsorge nur Rechte und Macht, ohne aber sich aktiver zu beteiligen?
Warum wurde Deutschland und Österreich vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in diesem Zusammenhang wegen Menschenrechtsverletzung verurteilt?
Dient das Alleinige Sorgerecht Frauen auf ihrem Weg zu mehr Unabhängigkeit und Emanzipation?

Das Buch überprüft und widerlegt momentan gültige Paradigmen, welche wären:
Ohne Einvernehmen zwischen den Eltern geht gar nichts.
Mit der gemeinsamen Obsorge werden Konflikte nur noch schlimmer.
Sanktionen landen nur am Rücken des Kindes.
Gewalt ist männlich.
Es muss einen hauptsächlichen Aufenthalt geben.
Doppelresidenz zerreisst die Kinder?

Das Buch analysiert Gesetz, Vollzug (Gericht, Jugendamt und Gutachter) und den gesellschafltichen Diskurs rund um die Themen Scheidung und Sorgerecht.  Es erörtert wie Mythen Rollenbilder verfestigen und Väter zu Tätern und Mütter zu Opfern verklären. Zwischen den Fronten die Kinder, als die schwächsten Glieder der Familie und den ersten Opfern des Konflikts. Das Buch bleibt aber nicht dabei stehen Probleme zu analysieren, sondern bietet gangbare Alternativen und Lösungen zur momentanen Situation an.

link zum Buch direkt über den Verlag ibera

link zum Buch über buchhandel.de

  • Ina Kiesewetter & Petra Wagner:
    Eine Woche Mama, eine Woche Papa
    .
    Wie Kinder getrennter Eltern gut leben. Kreuz-Verlag link

Kommt es derzeit nach der Trennung/Scheidung zur Frage: „Was ist wichtiger für das Kind? Dass es trotz Trennung Vater und Mutter im Alltag erleben kann, oder dass es einen fixen Wohnplatz hat?“ So entscheidet die Gesellschaft ganz klar. Die Wohnung ist wichtiger. Absurd, oder?

In „Wir über uns“ erfahren sie mehr über die Plattform und deren Ziele.