Geposted am 27. Mai 2013 in Keine Kommentare »

Plattform Doppelresidenzen

Doppelresidenz – Was wir darunter verstehen – Begriffsklärung

Um Kindern auch nach der Trennung der Eltern gleichwertige Beziehungen zu beiden Elternteilen zu ermöglichen, sollen diese sowohl mit der Mutter als auch mit dem Vater möglichst gleich viel Zeit verbringen. Dies bedeutet, dass sie sowohl bei der Mutter als auch beim Vater wohnen, denn nur das gemeinsame Erleben von Alltag und Freizeit ermöglicht den Fortbestand einer guten Beziehung zum Kind.

Der Wohnortwechsel des Kindes findet dabei je nach Vereinbarung der Eltern in unterschiedlichen Intervallen statt. Das Kind verbringt gleich viel oder annähernd gleich viel Zeit bei Mutter und Vater. Wie dies in der Praxis aussieht, wie Kinder und Eltern damit umgehen, welche Probleme dabei auftauchen und wie diese in der Praxis gelöst werden, können sie auf dieser homepage nachlesen.

Andere synonyme Bezeichnungen für Doppelresidenz sind:
gleichberechtigter Unterbringung (,, hébergement égalitaire“) in Belgien
abwechselnde Unterbringung (,,résidence alternée“) in Frankreich
Wechselmodell in Deutschland
miteinander geteilter Elternschaft („shared parenting“) in Australien und USA

Wer steht hinter der Plattform

Wir sind eine Gruppe von Müttern und Vätern, die überzeugt davon ist, dass die Doppelresidenz eine Lebensform ist, die dem Wohl der Kinder gerecht wird, da sie den Fortbestand der Beziehung zu beiden Elternteilen in gleicher Qualität ermöglicht. Wir leben dieses Modell mit unseren Kindern seit Jahren und haben damit überwiegend positive Erfahrungen gemacht.

Der Großteil der Eltern aus denen sich die Plattform zusammensetzt kommt aus dem sozialen Berufsfeld, sind also mit dem Themenkreis Scheidung und Besuchsrecht und mit pädagogischen Fragen täglich beschäftigt (Sozialpädagogik, Sozialarbeit, Psychologie und Unterrichtstätigkeit).

Auch nach einer Trennung gemeinsam die Verantwortung für die Kinder zu übernehmen, sie im Alltag und Freizeit zu begleiten, einfach mit ihnen zu leben, erscheint uns die zeitgemäße Antwort auf die gesellschaftspolitische Forderung nach gleichem Engagement von Frauen und Männern ihren Kindern gegenüber und dem Umstand, dass bei 60 % der Scheidungen Kinder betroffen sind (21.020 im Jahr 2008).

Wir wollen aufzeigen, dass dieses Modell in unterschiedlichen Organisationsformen möglich ist und im Alltag gut funktionieren kann. Vielleicht gelingt es uns ja manchen Männer Mut zu machen Verantwortung zu übernehmen und manchen Frauen Mut zu machen Verantwortung abzugeben.

Ganz abgesehen davon gibt es immer mehr Väter, denen es ein großes Anliegen ist auch nach der Trennung mit Verantwortung die Beziehung zu ihren Kindern aufrecht zu erhalten.

Hauptmotive für die Entscheidung zur Doppelresidenz sind:

° Kindern weiterhin die Beziehung zu beiden Elternteilen in gleicher Weise zu ermöglichen um ihnen Loyalitätskonflikte zu ersparen.

° Rechte und Verantwortung dem Kind gegenüber zu teilen um Machtkämpfe zwischen den Eltern zu vermeiden.

Eltern, die sich in Österreich für die Doppelresidenz entschieden haben, tun dies aufgrund ihrer eigenen Überzeugung, befinden sich aber nach wie vor im rechtsfeien Raum. Mittlerweile gibt es wissenschaftliche Studien die nachweisen, dass diese Lebensform beste Voraussetzungen für die Entwicklung des Kindes bietet. Aus diesem Grund wird die Doppelresidenz in immer mehr Ländern gesetzlich verankert.

In einigen Ländern wie Belgien, Australien und Californien… wird der Doppelresidenz bereits der Vorrang vor allen anderen Lebensmodellen nach der Scheidung gegeben.

Deshalb ist es…

Ziel der Plattform:

…Eltern und Fachleuten wichtige Informationen zugänglich zu machen
…Einblick in die rechtliche Praxis anderer Länder Europas und der ganzen Welt zu
geben
…Vorurteile abzubauen (z.B.: „Kinder würden durch diese Lebenform zerissen werden“
oder, „Eltern denken nur an ihren Vorteil und nicht an die Kinder“ ect.)
…Einblick zu bieten in den Alltag von Eltern und Kindern, die das Modell der
Doppelresidenz leben.
…Vor- und Nachteile offen darzulegen.
…Alltagserfahrungen zu immer wieder auftretenden Problemen weitergeben (z.B.:
Umgang mit unterschiedlichen Erziehungshaltungen, Wechsel von Schul-,
Spielsachen und Kleidung von einem zum anderen Elternteil…)
…Mut zu machen sich ebenfalls dafür zu entscheiden.
…eine Diskussion über die derzeitige gesetzliche Regelung anzuregen
…Erfahrungen im Umgang mit Behörden zu schildern
…Impulse für eine fachliche Auseinandersetzung bei befassten Berufsgruppen und
Behörden zu geben, um einen Wandel einzuleiten.
…einen Wandel der Behörden im Umgang mit diesem Thema herbeizuführen
…den Weg zu bereiten die
Doppelresidenz gesetzlich zu legitimieren
…Diskussionsplattform zu sein für ein gesellschaftspolitisch wichtiges Thema


Auf unserer homepage finden sie Erfahrungsberichte von Eltern und Kindern, Artikel von Experten zu diesem Thema, wissenschaftliche Expertisen, Informationen über andere Länder in der EU und der ganzen Welt, links zu weiteren Informationsträgern und die Möglichkeit selbst Beiträge und Kommentare zu verfassen.

Für die Plattform
Doppelresidenz

Anton Pototschnig
Sissi Nielson
Marcus Hölzl
Sonja Mik-Kamenik
Norbert Cuba
Gisela Hartmann
Klaus Hartmann
Elisabeth Fiala